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In Memoriam Bernhard Nermerich
Bernhard Nermerich ist tot. Er verstarb an seinem schweren Lungenkrebsleiden im Sommer 2010. Er ahnte wohl bereits sein Schicksal, als er nach Weihnachten 2009 nicht mehr die Kraft fand, die Weihnachtsdekoration seines Hauses wieder komplett zu entfernen und wie so viele Jahre zuvor schon Monate später österlich zu schmücken. Stattdessen trat er zu Ostern 2010 eine Reise nach Ägypten an, zusammen mit seiner Ehefrau, um noch einige schöne Tage zu erleben.
Wir trauern um Bernhard Nermerich, der so viele Kinderherzen hat höher schlagen lassen - und sicher auch die zahlreicher Erwachsener, welche er mit seinen phantasievollen Dekorationen zu Ostern und zur Weihnachtszeit ebenso in Kindheitserinnerungen zu verzaubern vermochte. Selbst kinderlos, hat Bernhard Nermerich mit seinen karitativen Sammlungen die Kinderstation des Krankenhauses in Frankfurt-Höchst unterstützt und so auch hier vielen Kindern geholfen.
In Gedenken an diesen großartigen Menschen wollen wir diese Internetseiten nicht abschalten, sondern beibehalten. Ob das Haus zukünftig jemals wieder geschmückt werden wird, wissen wir derzeit nicht. Wir selbst erfuhren von seinem Ableben erst durch eine Meldung in "Maintower", einer tagesaktuellen Nachrichtensendung des HR Hessischen Fernsehens.
Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Anteilnahme ins Gästebuch schreiben möchten.
In Anteilnahme
Jim Brutto und WESTBLOCK MEDIA
Frankfurt am Main, 22.7.2010
Zeitungsmeldung der Frankfurter Neuen Presse / Kreisblatt Höchst vom 20.7.2010:
Trauer um Bernhard Nermerich
Wie erst gestern bekannt wurde, ist der 22-fache deutsche Meister im Gehen, Bernhard Nermerich, im Alter von 71 Jahren gestorben. Er erlag in der Nacht zum 14.7.2010 einem Krebsleiden. Über den Sport hinaus engagierte sich der Kelkheimer mit seinem Weihnachts- und seinem Osterhaus auch für karitative Einrichtungen.
Der am 11. März 1939 in Frankfurt geborene Nermerich war als Kriegskind unterernährt und vom Schulsport suspendiert. Bei einer Größe von 1,85 Metern und einem Gewicht von 59 Kilo wurde er von der Bundeswehr mit der Begründung «für längere Fußmärsche untauglich» abgelehnt. Bei Eintracht Frankfurt entwickelte er sich, betreut von seinem Trainer Hans Stahl, dennoch zu einem der erfolgreichsten deutschen Geher. Er sammelte serienweise nationale Titel über 50 Kilometer, 20 Kilometer und mit der Mannschaft. Zudem nahm er an drei Europameisterschaften teil.
Der größte Triumph blieb ihm versagt, als er bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko als Weltjahresbester in den Wettbewerb über 50 Kilometer ging und als Zweitplatzierter sieben Kilometer vor dem Ziel wegen unsauberen Gehens disqualifiziert wurde, was eine fragwürdige Entscheidung war. Drei Monate vor den Olympischen Spielen in München 1972 stellte Nermerich bei einem seiner 31 Länderkämpfe erneut eine Weltjahres-Bestzeit über 50 Kilometer mit 3:59:33,6 Stunden (noch heute hessischer Rekord) auf, verpasste aber wegen einer Muskelzerrung die Teilnahme an den Spielen.
Der gelernte Industriekaufmann machte sich 1973 als Taxiunternehmer selbstständig und wurde zum «Freundlichsten Taxifahrer Frankfurts» gewählt. Mit seiner Frau Michaela schmückte er viele Jahre lang sein Haus als Weihnachtshaus mit – wie er sagte – 88.888 Lämpchen, so daß dies in der Vorweihnachtszeit zu einer Attraktion für alt und jung wurde. Dabei kamen rund 28.000 Euro an Spenden für die Kinderstation der Städtischen Kliniken in Höchst zusammen. Bernhard Nermerich war ein freundlicher, lebensfroher Mensch, der immer anderen helfen wollte und konnte.
Die Beerdigung ist am Freitag, 23. Juli 2010, um 12 Uhr auf dem Kelkheimer Hauptfriedhof.
(Artikel von Walter Mirwald, mit freundlicher Genehmigung der FNP Frankfurter Neuen Presse / Kreisblatt Höchst, erschienen am 20.7.2010.)
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